Satzung

Satzung des Vereins Straßenpiraten e.V. (Fassung vom 25.05.2012)

I.) Name des Vereins:

Der Name des Vereins lautet ‚Straßenpiraten‘.

Der Verein soll ins Vereinsregister eingetragen werden, danach führt er den Zusatz e.V..

II.) Sitz des Vereins:

Der Sitz des Vereins ist Hamburg.

III.) Zweck des Vereins:

Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung. Er ist selbstlos tätig und verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.

Zweck des Vereins ist die Pflege, die Förderung und Aufrechterhaltung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, die Förderung von jungen Menschen in ihrer Entwicklung zu toleranten und gesellschaftsfähigen Menschen, sowie die Förderung der Jugendkultur.

Der Satzungszweck wird insbesondere durch folgende Maßnahmen verwirklicht:
Durch regelmäßige Durchführung von pädagogischen und kulturellen Projekten für Kinder und Jugendliche.
Durch Beratung und Weiterbildung von Multiplikator_innen in diesem Arbeitsfeld, aber auch Kindern und Jugendlichen in speziellen Interessenfeldern.
Hierdurch stellen sich die Straßenpiraten auch in den Dienst der Öffentlichkeit.

Dieses geschieht nach Piratenart – als Piratensozialarbeit! Harr!

Piratensozialarbeit ist eine Form der offenen Kinder und Jugendarbeit, die orientiert an aktuellen lokalen Bedürfnissen, bzw. an aktuellen Bedürfnissen von bestimmten Gruppen/Szenen junger Menschen, vor Ort temporäre Projekte anbietet. Hierbei bilden Mobilität, politische Unabhängigkeit und die Möglichkeit kurzfristig auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können unsere wesentliche Arbeitsgrundlage.

IV.) Organe des Vereins:

Die Organe des Vereins sind das Deckstreffen (die Mitgliederversammlung), die Brückencrew (der Vorstand), der Smut (der beisitzende Vorstand).

V.) Das Deckstreffen

1.) Das höchste Organ der Straßenpiraten ist das Deckstreffen. Es bestimmt über den grundsätzlichen Kurs, die Kaperziele und die Verteilung der Beute für das neue Jahr (Finanzplanung). Auf ihm wird die Brückencrew gewählt, die als juristischer Vertreter nach außen, als Unterhändler und zur Einhaltung des Kurses bestimmt werden. Dem Deckstreffen obliegt weiterhin die Wahl des ‚Smut‘ und des ‚Nachzählers’/der ‚Nachzählerin‘ (Kassenprüfer_in).

2.) Das Deckstreffen hat die Option eine_n Maat_in (Geschäftsführer_in) als besonderen Vertreter nach §30 BGB anzuheuern. Diese_r kann extern angeheuert werden oder auch ein Mitglied der Brückencrew sein. In letzterem Fall wird festgehalten, dass diese Tätigkeit ehrenamtlicher Natur ist und lediglich mit einer Aufwandsentschädigung sowie Auslagenerstattung vergütet werden kann. Es gibt ebenfalls die Möglichkeit zur geteilten Geschäftsführung durch zwei Mitglieder der Brückencrew. Die Regelungen bleiben aber die selben.

3.) Abgestimmt wird mit einfacher Mehrheit. Das Prozedere verpflichtet, dass jede_r anwesende Pirat_in einzeln sein Votum abgibt. Ja-Stimmen sind nur gültig, wenn sie mit einem klar hörbaren „Aye!“ vorgebracht werden. Nein-Stimmen können diverse Unmutsbekündungs-phrasen haben. Enthaltungen werden durch räumliche Distanz zum Rest der versammelten Piraten und verschränkten Armen gezeigt. Bei stummen Pirat_innen ist die Abstimmung durch Handzeichen gestattet.

4.) Das Deckstreffen ist beschlussfähig, wenn a) ordnungsgemäß geladen wurde, b) ein Mitglied der Brückencrew und zwei weitere Pirat_innen anwesend sind. Es ist auch möglich technische Hilfsmittel zur Fernübertragung (z.B. Videokonferenz, etc.) zuzulassen.

5.) Das Deckstreffen ist berechtigt, eine Geschäftsordnung zu erlassen.

6.) Dem Deckstreffen obliegt es über die Erhebung von Mitgliedsbeiträgen, sowie deren Höhe zu bestimmen.

7.) Auf dem Deckstreffen getroffene Beschlüsse werden in einem Protokoll schriftlich festgehalten. Dieses muss von einem Mitglied der Brückencrew sowie von einem weiteren Mitglied des Vereins unterschrieben werden.

VI.) Die Brückencrew

1) Vorstand im Sinne des § 26 BGB ist die Brückencrew. Sie ist das zweite Organ der Straßenpiraten und wird auf zwei Jahre gewählt. Die Brückencrew setzt sich zusammen aus: dem Käpt’n/der Kapitänin (1.Vorsitzende_r), dem Steuermann/der Steuerfrau (2. Vorsitzende_r) und dem/der Proviantmeister_in (Schatzmeister_in).

2) Jedes Mitglied der Brückencrew ist allein vertretungsberechtigt.

3) Ihre Aufgaben sind wie folgt definiert:
Rechtliche Vertretung des Vereines nach außen.
Repräsentation des Vereines nach außen.
Umsetzung der Beschlüsse der Mitgliederversammlung.
Soweit rechtlich zulässig kann der Vorstand Teile seiner Aufgaben an die
Geschäftsführung (Maate/Maatinnen) delegieren.
Ladung und Durchführung der Deckstreffen. Es wird zwei mal im Jahr in halbjährigem Abstand geladen. Die Ladung kann vier Wochen vorher sowohl über Briefbote (postalisch) als auch über Brieftauben (E-Mail) erfolgen.

VII.) Der Smut

Der Smut ist der beisitzende Vorstand der Straßenpiraten. Seine Aufgabe liegt darin, die Brückencrew zu beraten und zu kritisieren (Beisitzen und Rumstänkern), sowie für das leibliche Wohl der Brückencrew auf dem Kajütengelage (Vorstandstreffen) zu sorgen. Mitglieder des Smut sind im Vorstand nicht stimmberechtigt, sie haben beratende Funktion.

VIII.) Der Maat/die Maatin

Der Maat/die Maatin bilden die Geschäftsführung gemäß §30 BGB. Sie haben folgende Aufgaben:
Das Führen der laufenden Geschäfte des Vereines.
Die Umsetzung des satzungsgemäßen Vereinszweckes durch Planung und Durchführung von Projekten.
Den Ausbau des Aktionsradius des Vereines

IX.) Mitgliedschaft:
1) Mitglied der Straßenpiraten (Pirat_in) kann jede natürliche Person werden.

2) Die Mitgliedschaft wird in schriftlicher Form oder via e-Formular (für Online-Anwendungen) bei der Brückencrew bzw. dem Maat/ der Maatin formlos beantragt. Der Vorstand entscheidet dann über die Aufnahme oder ggf. Ablehnung mit einfacher Mehrheit. Bei Ablehnung muss eine Begründung gegenüber dem Deckstreffen (der Mitgliederversammlung) erbracht werden. Das Deckstreffen entscheidet dann mit einfacher Mehrheit über die Aufnahme in die Mannschaft.

3) Alle neuen Pirat_innen werden auf dem Deckstreffen vorgestellt, namentlich und wenn möglich persönlich.

X.) Rechte und Pflichten der Pirat_innen (Mitglieder):

1) Jede_r Pirat_in ab 18 Jahren hat aktives wie passives Wahlrecht.

2) Jede_r Pirat_in hat Stimmrecht

3) Jede_r Pirat_in hat eine Stimme.

4) Jede_r Pirat_in hat die Pflicht, sich auszukotzen, wenn ihr/ihm etwas missfällt.

5) Jede_r Pirat_in soll nach ihren/seinen Fähigkeiten, Neigungen und Möglichkeiten zum Erhalt des Vereines (des Schiffes), zur Umsetzung des Vereinszweckes, zur Mehrung des Vereinswohles, sowie zu einer glücklichen Fahrt beitragen.

XI.) Schiffsjunge/Schiffsmädchen

1.) Um Kindern und Jugendlichen die [eingeschränkte] Mitgliedschaft zu ermöglichen, können sie als Schiffsjunge/Schiffsmädchen am Vereinsleben teilhaben. Die Aufnahme erfolgt wie bei den Pirat_innen. Sie werden zu allen Vereinsaktivitäten eingeladen.

2.) Sie haben allerdings weder aktives noch passives Wahlrecht oder Stimmrecht. Allerdings können sie beratend tätig sein.

3.) Mit Vollendung des 18.Lebensjahres werden sie automatisch Pirat_innen mit allen Rechten und Pflichten.

4.) Schiffsjungen und Schiffsmädchen haben die Möglichkeit einen Jugendrat (das Bilgetreffen) zu wählen, welcher auf dem Deckstreffen mit einer Stimme aktives Wahlrecht und Stimmrecht hat.

XII.) Gönnerschaft

Es besteht die Möglichkeit einer ‚Gönnerschaft‘ (Fördermitgliedschaft). Gönner_innen sind Menschen, die nicht aktiv Pirat_innen sind, aber Schiff und Besatzung einen sicheren Hafen, Proviant und Gold zur Verfügung stellen. Diese haben kein Wahl- oder Stimmrecht, aber sie können Empfehlungen aussprechen. Gönner_innen können natürliche oder juristische Personen sein.

XIII.) Beendigung der Mitgliedschaft

Die Mitgliedschaft erlischt mit Tod, Abheuern (Austritt) oder der Planke (Ausschluss). Letzteres wird durch das Deckstreffen entschieden.

1) Die Beendigung der Mitgliedschaft durch Abheuern (Austritt) ist formlos in schriftlicher Form einem Mitglied der Deckscrew zukommen zu lassen. Es kann auch zu jedem Zeitpunkt eines Deckstreffens durch klares, mündliches Kundtun erfolgen.

2) Die Beendigung der Mitgliedschaft durch die Planke bedarf der Einstimmigkeit der Brückencrew, welche dieses mit sofortiger, vorläufiger Wirkung aussprechen kann und dieses in schriftlicher Form dem auszuschließenden Mitglied mitzuteilen hat. Der Beschluss muss von der Mehrheit des folgenden Deckstreffens bestätigt oder revidiert werden. Danach erfolgt der endgültige Ausschluß.

3) In allen drei Fällen (Tod, Abheuern, Planke) verbleibt der für das laufende Geschäftsjahr entrichtete Mitgliedsbeitrag beim Verein.

XIV.) Geschäftsjahr

Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

XV.) Verwendung der Finanzmittel

1.) Mitgliedsbeiträge und andere Zuwendungen dienen allein den beschriebenen Zwecken des Vereins. Nicht mit dem angegebenen Zweck zu vereinbarende Zuwendungen oder unangemessene Vergütungen dürfen aus Vereinsmitteln weder Mitgliedern noch anderen Personen gewährt werden.

2.) Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins. Die Erstattung von Auslagen und die Zahlung von angemessenen Aufwandsentschädigungen wird hiervon nicht berührt.

XVI.) Auflösung des Vereins:

1) Die Selbstversenkung des Schiffes (Auflösung des Vereins) ist nur auf Beschluss des Deckstreffens möglich.

2) Zu diesem Zweck muss dazu eine gesonderte Ladung mit einer Frist von sechs Wochen erfolgen und es ist eine 6/8-Mehrheit der anwesenden Piraten erforderlich.

3) Bei Auflösung oder Aufhebung des Vereins oder bei Wegfall seiner steuerbegünstigten Zwecke fällt der Schatz der Straßenpiraten, d.h. das Vereinsvermögen, an eine juristische Person des öffentlichen Rechts oder eine andere steuerbegünstigte Körperschaft, die es ausschließlich und unmittelbar für die Förderung der Jugendarbeit zu verwenden hat.

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